B: Seit 28 Jahren ist Nica Frosch praktizierende Frauenärztin. Nica, was für Wertvorstellungen hattest du, als du angefangen hast zu praktizieren?
N: Ich habe dieses Studium aus der Wertvorstellung heraus angefangen Menschen zu helfen. Mit grosser Begeisterung habe ich mich für die Gynäkologie entschieden. Damals war ich der Auffassung, dass der Mensch über sein Leben selbst bestimmt, dass er auch darüber bestimmt, wie er die Familienplanung gestalten will und demzufolge auch bestimmt, ob eine Frau ihre Schwangerschaft austragen will oder nicht. Im Verlaufe der Spitaljahre habe ich ungefähr 250 Abtreibungen durchgeführt. Ich habe das aus der tiefen Überzeugung heraus gemacht den Frauen aus ihrer Notlage zu helfen.
B: Heute treibst du nicht mehr ab?
N: Ich habe mich kurz vor meiner Praxiseröffnung für Jesus entschieden. Das war eine absolute Kehrtwendung in meinem Leben. Und zwar folgendermassen: ich habe angefangen nach Gottes Willen zu fragen, nicht nur für meinen Beruf sondern für alle meine Lebensbereiche. Es war mir sehr wichtig nachzuforschen, wie Gott diese oder jene Angelegenheit sieht und denkt. Da wurde mir bald klar, dass das Gebot "du sollst nicht töten" auch für mich gilt. Das brachte natürlich eine Kehrtwende. Ein Gehorsamsprozess fand statt, das kam zwar nicht von heute auf morgen, aber irgendwann habe ich gemerkt, wenn Gott das will, tue ich auch, was er will. Er ist meine höchste Autorität. Seither habe ich keine Abtreibungen mehr durchgeführt.
B: Hat sich die Übernahme von Gottes Wertvorstellungen in deinem Leben ausbezahlt?
N: Absolut. Das muss man selbst erleben, das kann man gar nicht beschreiben. Das erste, was geschehen ist: es entstand ein grosser Frieden in meinem Herzen, eine tiefe Ruhe, ein richtiges Glücksgefühl, das Bewusstsein, dass Gott mir vergeben hat. Heute noch ist es schwierig darüber zu reden. Man muss sich vorstellen: ich habe ungefähr 250 Leben ausgelöscht ? man muss sich mal vorstellen, wie viele Schulklassen das sind! Das konnte nicht einfach vom Tisch gewischt werden, da musste ich Vergebung erfahren.
B: Danke Nica, für das Gespräch.