B: Die Zeit schien Myriam Brandimarte davonzulaufen. Hektik und Unrast prägten ihre Tage. Zur Ruhe kam sie nie. Myriam, jeder Mensch hat 24 Stunden im Tag zur Verfügung. Warum reichte dir das nicht?
M: Weil ich eine Gier nach immer mehr hatte. Ich wollte alles machen: bei jeder Diskoveranstaltungen dabei sein, zu jeder Geburtstagsparty gehen, mit Freundinnen Kaffee trinken. Überall wollte ich sein und alles machen und das ging gar nicht.
B: Hätten dir auch 48 Stunden pro Tag nicht gereicht?
M: Nein, es wäre einfach alles doppelt so schlimm gewesen.
B: Heute bist du 33 Jahre alt. Hast du jetzt mehr Zeit?
M: Ja, was aber nichts mit meinem Alter zu tun hat, denn ich habe heute zwei Kinder und Termine habe ich noch mehr als früher. Aber ich gehe anders an die Sache ran. Ich bin nicht mehr von dieser Gier geplagt immer alles haben zu wollen und überall dabei zu sein.
B: Wie bist du zu dieser inneren Ruhe gekommen?
M: Vor 5 Jahren habe ich Jesus in mein Herz und Leben gelassen. Meine Schwester, die eine gläubige Christin ist, hatte mehrere Male mit mir über Jesus gesprochen. Ich hatte mich zwar schon ein paarmal Gott genähert, aber der eigentliche Anlass, der mich schliesslich zu Jesus führte, war eine Freundin, die mir einen Zettel zusteckte, wo ein Bibelvers draufstand: "Wenn heute Gott dich ruft, dann verstocke dein Herz nicht". Dieses "heute" hatte mich beeindruckt. Es hatte mir klar gemacht, dass ich nicht ewig Zeit habe, dass mir die Zeit durch die Finger rinnt. Am Morgen darauf im Auto - der einzige Ort, wo ich wirklich für einen Moment Zeit hatte - hörte ich eine Kassette mit einer Predigt und als ich mein Auto parkierte, kam eine Stelle in der Predigt, wo ein Gebet gesprochen wurde, um Jesus in sein Leben einzulassen. Es hiess, wer wolle, könne es nachsprechen und das tat ich auch. Mit diesem Gebet habe ich Jesus in mein Herz gelassen und all meine Schuld hat er mir in diesem Moment vergeben und ich wurde eine Christin.
B: Du hattest keine Zeit für Gott, aber Gott hatte Zeit für dich! Das ist wunderbar. Danke, Myriam, für das Gespräch.