B: Christliches Abendland, christliche Literatur, christliche Kunst., christliche Erziehung ? für Hedy Steiger lange eine unumstössliche Selbstverständlichkeit.
Du bist christlich aufgewachsen. Was hiess das konkret für dich?
H: Dass hiess konkret, dass ich in einer katholischen Familie aufwuchs und wir jeden Sonntag zur Kirche gingen. Meine Mutter betete mit uns Kindern viel, vor allem am Abend, aber es waren gelernte Gebete. Wir beteten auch vor dem Essen, das war eine Selbstverständlichkeit.
B: Warum glaubtest du eine Christin zu sein?
H: Ich wurde getauft. Somit gehörte ich zur katholischen Kirche, das war mein Beitritt zur katholischen Kirche, das habe ich nie in Zweifel gezogen.
Dann hiess es auch: beichten. Da konnte ich alles, was ich angestellt hatte, wieder loswerden, obwohl ich manchmal einen Grund zum Beichten suchen musste, weil ich als Kind den Eindruck hatte, ein recht gutes Leben zu führen. Aber trotzdem, es hat mir geholfen, das Leben zu meistern.
Da war auch noch Maria, die Mutter Gottes, die auch eine Rolle in meinen Leben spielte. Sie war die eigentliche Fürsprecherin für mich bei Gott.
B: Dennoch wolltest du mit 17 Jahren ins Kloster gehen. War das Christsein in deiner Kindheit nicht genügend?
H: Irgendwie war es nicht genügend, nein. Ich war nie so gut, dass ich denken konnte, ich genüge Gott. Ich kannte seine Liebe eigentlich zu wenig. Für mich war es mehr ein richtender Gott; wehe, wenn ich etwas falsch mache und darum dachte ich, ins Kloster zu gehen. Da bin ich Gott sehr nahe, da kann ich nicht mehr viel falsch machen und vielleicht kann er mich so auch in der Mission brauchen.
B: Hehre Absichten, aber schliesslich bist du doch nicht ins Kloster gegangen. Bist du trotzdem Christ geblieben?
H: Ich kam etwas weg, also vom katholischen Glauben. Wir sind zu diesem Zeitpunkt ins Zürcher Oberland umgezogen und dort auf eine Gruppe gestossen, die den wirklichen Jesus kannte. Durch sie lernte ich Jesus kennen und er brachte mir das, wonach ich schon lange gesucht hatte.
B: In der katholischen Kirche wird doch Jesus auch verkündet. Was war der Unterschied?
H: Er wird schon verkündigt, aber als eine der drei Personen Gottes. Der Vermittler zu Gott war eher die Maria. Da entdeckte ich, dass es Gott selbst war, der mich in seine Nähe bringen wollte. So konnte ich Jesus von ganzem Herzen aufnehmen. Er hat mir den Frieden gebracht, den ich schon jahrelang gesucht hatte.
B: Bist du jetzt sicher in den Himmel zu kommen auch ohne Kloster?
H: Ja, ganz sicher.
B: Danke Hedy für das Gespräch.