Glaube als Nicht-Wissen definiert, ist heute Teil unseres Sprachverständnisses geworden. So sagen wir zum Beispiel - wenn wir nicht in Besitz einer Uhr sind, die uns die genaue Uhrzeit anzeigt: "Ich glaube, es ist Mittag." In diesem Sinn ist auch der biblische Glaube in den Bereich des "Nicht-Wissens", der individuellen, unpräzisen, letztlich unwichtigen Frömmigkeit verwiesen. Wer glaubt, versucht seinem Leben einen sich eingebildeten Halt zu geben. So hört man mancherorts: "Hauptsache, ein Mensch glaubt; die Unterschiede über Inhalt und Weg sind nicht so wichtig." Auf die Spitze getrieben läuft diese Ansicht auf die Feststellung heraus: Es ist gleichgültig, ob du aus Gründen deines Glaubens Menschen niedertrittst oder Kranke heilst; Hauptsache, dass du es aus Überzeugung tust.
Hauptsache der Mensch glaubt
Heute hat das wissenschaftliche Weltbild an Faszination verloren. Im Gegenteil, heute wird der "Glaube an alles" propagiert: an Steine mit heilender Kraft; an Wahrsagerinnen mit der Fähigkeit, die individuelle Zukunft zu erhellen; an medial begabte Menschen, die Kontakte mit dem Jenseits (zum Beispiel mit Verstorbenen) versprechen; an Fernheiler, die gegen Entgelt vom Rauchen, Liebeskummer, von Prüfungsangst und manchem mehr Befreiung versichern. Bei all diesen Angeboten spielt der Glaube eine Schlüsselrolle. Dem biblischen Glauben steht heute ein wahrer Supermarkt alternativer "Glaubensangebote" gegenüber. Darum stellt sich dringend die Frage:
Was unterscheidet wahren Glauben vom Aberglauben?
Glauben im biblischen Sinn bedeutet, einen Zugang zur Wirklichkeit des Lebens und der Welt im ganzheitlichen Sinn zu finden. Der Glaubende weiss, dass der Mensch sich als solcher nur im Verhältnis zu Gott begreifen kann. Durch Glaube wird eine Beziehung ausgedrückt. Glaube ist die Antwort auf das Verhalten einer Person oder die Bedeutsamkeit einer Sache. Glaube geht zurück auf "für lieb halten". Ich vertraue dem, der mich liebt. Als Beziehungsbegriffe sind "Glaube" und "Vertrauen" weitgehend gleichbedeutend. Sie bezeichnen eine innere Überzeugung und Gewissheit, die auf äussere Beweise verzichten kann. Glaube steht nicht gegen, aber über naturwissenschaftlichen Beweisen. "Glaube heisst: zuversichtlich vertrauen auf das, was man hofft, und fest überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht" (Hebräer 11,1).
Wer die Bibel liest, lernt Gott vertrauen
"Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an mich! In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen!" So spricht Jesus Christus im Johannesevangelium, Kapitel 14, Verse 1 und 2a. Wer die Bibel liest, der lernt Gott kennen und ihm vertrauen. Von der Schöpfung bis zur Offenbarung bezeugt die Bibel den einen Gott und seinen Sohn Jesus Christus. Wer den Aussagen der Bibel vertraut, weiss, dass er an den Gott der Väter glaubt. Dieser Gott hat als Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs Geschichte gemacht, die die Menschheit bis heute prägt. Gerade das Wissen (und nicht das Nicht-Wissen) um den biblischen Gott ermöglicht echten Glauben, ja es fordert den Glauben heraus! Anhand der biblischen Texte wird Gottes Wesen erkennbar: Er liebt uns und ruft uns in eine persönliche Beziehung zu ihm selber. An Gott glauben bedeutet, die Beziehung, die er zu uns wünscht, nicht zu verweigern, sondern sie anzufangen und zu vertiefen.
Was geschieht, wenn wir die von Gott gewollte Beziehung nicht eingehen, nicht an ihn und seinen Sohn Jesus Christus glauben wollen?
Glaube ist Echo auf Liebe
"Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht", sagte Jesaja dem König Ahas in einer politisch aussichtslosen Situation (Jesaja 7,9). Damit machte er klar: Wenn ihr euch nicht im Glauben an Gott fest macht, werdet ihr keinen Bestand haben. In unseren Breitengraden ist der einzelne nicht durch Krieg oder politischen Machtmissbrauch bedroht, doch letztlich wird jeder von uns eines Tages mit dem Tod konfrontiert werden. "Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!" steht im Psalm 90, Vers 12. An Gott und Jesus Christus zu glauben bedeutet, für Zeit und Ewigkeit Halt und Heimat zu haben. Ein gewaltiges Angebot, das jeden Zwang ausschliesst. Gott will nur Freiwillige. Es darf jedoch nicht verschwiegen werden, dass die Bibel kein anderes Heil, keine Rettung, kein ewiges Leben kennt, als allein durch den Glauben an Jesus Christus.
"Wenn du mit deinem Munde Jesus als den Herrn bekennst und mit deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden" (Römer 10,9).
Diesen lebendigen Glauben wird Gott Ihnen schenken, wenn Sie in der Bibel die Wahrheit suchen. Und wenn Sie vor anderen Menschen Jesus Christus als Ihren persönlichen Herrn bekennen und Gemeinschaft mit gleichgesinnten Gläubigen pflegen, werden Sie erleben, dass Glaube das wunderbare Wissen ist: Gott hat mich lieb, er hat mich angenommen, in ihm bin ich geborgen. Diese innere Gewissheit wünsche ich Ihnen.