Editorial "Gnade"
Bereits im 16. Jahrhundert bewegte das Wort "Gnade" den nach Wahrheit eifernden Mönch Martin Luther. Seine quälende Frage lautete: "Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?" Diese Frage stellte sich aber nicht nur Luther, sie stellt sich jedem Menschen - bewusst oder unbewusst. Demzufolge ist auch die Antwort, die der Reformator Luther durch das Hören und Bewegen der biblischen Worte Gottes gefunden hatte, eine Botschaft, die für alle Zeiten von Bedeutung ist. Sie lautet: Rechtfertigung des in Schuld gefallenen Menschen allein aus Gnade, ohne Werke. Dieses biblisch-reformatorische Menschenbild steht als Gegensatz zu dem Menschenverständnis, welches propagiert, dass der Mensch im Kern gut sei und aus sich heraus die nötigen Werke tun könne, um Erlösung und Anteil an Gottes Reich zu erlangen.
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