Schuld
Das Thema Schuld löst vielerorts unangenehme Gefühle aus. Es regen sich Stolz, Scham und ähnliches. Schuld stellt das Bild, das wir von uns und anderen haben in Frage. Es rüttelt damit am Selbstwert. Aus diesem Grund haben wir die Tendenz, Schuld zu verheimlichen oder zu verniedlichen oder zu verschieben.
Gibt es überhaupt Schuld?
Immer wieder wird versucht, die Realität menschlichen Schuldigwerdens aus der Welt zu schaffen. Man spricht nur noch von Schuldgefühlen und nicht mehr von Schuld. Man reduziert das Ganze auf eine Befindlichkeit, mit der es umzugehen gilt ? mehr nicht.
Ideologien versuchen die Betroffenen von Verantwortung und Schuld zu befreien. Alles ist dann gerechtfertigt, solange es dem Ziel der Ideologie dient. Der Schicksalsglaube wiederum sagt: Alles ist vorherbestimmt, ein Entrinnen gibt es nicht. Der Lauf der Sterne zum Beispiel soll unser Leben schicksalhaft prägen. Andere Weltbilder machen das so genannte Karma verantwortlich. Andere behaupten: Der Mensch ist im Innersten gut, er genügt nur den Anforderungen der Gesellschaft ? des Umfeldes ? nicht. Sie überfordert ihn!
Es mag noch weitere Versuche geben, Schuld zu negieren. Das religiöse Schulddenken geht den Weg des Ausgleichs. Man stellt dem Passivposten ?Schuld? beträchtliche Aktivposten gegenüber. Es wird versucht, Schuld durch Leistung auszugleichen; sein Gewissen auf diese Weise zu beruhigen, sich Gerechtigkeit zu verdienen. Der zu entrichtende Preis für all? diese Versuche ist hoch: Das Bewusstsein von Freiheit, Verantwortung, Liebe und Gott geht verloren.
Voraussetzung für Schuld
Menschliche Schuld kann es nur geben, wenn gesetzte Ordnung vorhanden ist. Für viele ein schwieriger Gedanke, denn wir möchten gerne selbst bestimmen, autonom sein. Wenn jeder nach seinen eigenen Gesetzen handeln würde, gäbe es in der Tat keine allgemein gültigen Massstäbe, anhand dessen bestimmte Verhalten als richtig oder falsch eingestuft, Schuld festgestellt werden könnte. Es gäbe nur noch Privatmeinungen, egoistisches Verhalten und Chaos. Man stelle sich dies zum Beispiel im Strassenverkehr vor.
Ordnung schafft eine Instanz ausserhalb von uns selbst, eine Autorität, der gegenüber wir verantwortlich sind. Wir haben Rechenschaft abzulegen, wenn wir gegen gesetzte Ordnung verstossen. Wir haben jederzeit die Freiheit, uns gegen oder für gesetzte Ordnung zu entscheiden. Der Mensch ist geadelt mit Entscheidungsfreiheit und Eigenverantwortung; damit kann er aber auch für sein Entscheiden und Handeln zur Rechenschaft gezogen werden. Aus der Bibel wissen wir, dass Gott, Instanzen und Autoritäten für unsere Weltordnung vorgesehen hat, um das Zusammenleben der Menschen zu erleichtern. Über allem steht aber er selbst als höchste Instanz, als Schöpfer und Erhalter allen Seins. Er hat für seine Geschöpfe allgemein gültige Lebens-Ordnungen geschaffen; die bekanntesten sind wohl die zehn Gebote. Das hat zur Folge, dass Schuld nicht nur in zwischenmenschlichen, gesellschaftlichen Ordnungen, sondern auch in der Beziehung zwischen Gott und Mensch entstehen kann. Alle Gebote Gottes machen Sinn, denn sie sollen helfen, dass Gottes gute Ziele erreicht werden können. Sein höchster Wille ist, dass wir ihm, uns selbst und unserem Nächstem mit Liebe begegnen. Gott ist Liebe (Agape), eine selbstlose, vergebende Liebe. Diese Liebe soll auch uns Menschen bestimmen. Und Sünde / Schuld Gott gegenüber ist all? das, was diese Art von Zusammenleben hindert oder gar zerstört. Schuld bringt in letzter Konsequenz Tod; Tod im Sinne von Trennung, fehlender Gemeinschaft mit Gott ? aber auch unter Menschen.
Umgang mit Schuld
Es gibt mehrere Möglichkeiten auf Unrecht zu reagieren. Wir können zum Beispiel den Ärger und die Wut unkontrolliert herauslassen, zurückschlagen im Sinne von ?Auge um Auge, Zahn um Zahn?. Dieses Verhalten endet in zerbrochenen Beziehungen und bringt Unheil. Wir können aber auch das Geschehene verdrängen, verharmlosen oder durch die verschiedenen, ideologischen Entschuldungspraktiken von uns weisen. Längerfristig hat dies Behinderung der gesunden Persönlichkeitsentfaltung zur Folge. Oder ? und dies ist auch der biblische Weg ? wir können die Schuldsituation ehrlich anschauen, - auch meine eigenen Schuldanteile. Unrecht muss als Schuld klar benannt und Schmerz zugelassen werden. Doch dann dürfen wir alles Jesus Christus bringen, der für unsere Schuld am Kreuz von Golgatha sein Leben gelassen hat. Wir verzichten bewusst auf Rache, Gott soll Richter sein. Wir sprechen Vergebung aus und - wo nötig - bitten wir Gott um Vergebung für begangene Schuld. Vergeben bedeutet Ent-Schuldigen, die Befreiung des Anderen von seiner Schuld. Erlittener Verlust oder Verletzung wird damit nicht mehr angerechnet; Erlebtes nicht mehr nachgetragen. Folgen: Das innere Anklagen findet ein Ende, das Erlebte tritt in den Hintergrund, das Herz des Menschen kommt wieder zur Ruhe und Verletzungen und Beziehungen beginnen zu heilen.
König David wurde schuldig
Auch eigene Schuld dürfen wir zu Gott bringen. Wir dürfen unsere Verfehlungen und Unterlassungen beim Namen nennen und Gott ? wo nötig auch Menschen ? bekennen. So hat es auch der grosse König David getan nach seinem Ehebruch mit Batseba und seinem mörderischen Planen, ihren Ehemann Uria zu beseitigen. Er hat Gott recht gegeben, und er hat sich selbst schuldig gesprochen. Erst sein Eingeständnis von Schuld ermöglichte Gottes Vergebung. Wer seine Schuld ans Licht bringt und bereut, dessen verhärtetes Herz wird weich und liebesfähig. Im 51. Psalm können wir Davids Worte nachlesen: ??Ich anerkenne meine Missetat, an dir habe ich gesündigt und Übles getan? Siehe ich bin als Sünder geboren?Gott, vergib mir, wasche mich rein, dass ich schneeweiss werde?Schaffe in mir ein reines Herz??
Haben Sie Ihr Schuldproblem richtig gelöst? Gott freut sich über Menschen die umkehren, ihre Schuld ihm bringen.