Das Wort "Ehe" entwickelte sich aus dem westgermanischen Wort für "Recht", "Gesetz" und wird für das feste Verhältnis von Mann und Frau gebraucht. Begriffe, die damit in Verbindung stehen, werden auch für das Verhältnis zwischen Gott und Mensch verwendet.
Die Ehe hat ihren Ursprung in Gott, sie ist eine von Gott gegebene Ordnung, über die der Mensch nicht frei verfügen kann. Die Ehe umschreibt die dauernde Bindung von Mann und Frau in Treue und Vertrauen, in Hilfsbereitschaft und Ergänzung. Ein grosser Theologe hat gesagt, dass ohne Glaube und Orientierung an Gottes Wort kein Ehebund eingegangen, bewahrt und gehalten werden kann. Weil Ehe ein Gedanke Gottes ist, kann sie nur nach seinen Anweisungen gedeihen.
Ehe in Gottes Augen
Schon auf den ersten Seiten der Bibel, im Schöpfungsbericht, lesen wir: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei." Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, als Mann und Frau. Die Ehe als Lebensgemeinschaft und Einheit von Mann und Frau weist über sich hinaus auf die Dreieinigkeit Gottes. So wie Gott in ständiger Gemeinschaft als Vater, Sohn und Heiliger Geist lebt, so soll der Mensch als Beziehungswesen in ständiger Gemeinschaft Mann und Frau mit Gott leben. Es ist unvorstellbar, dass die Gemeinschaft in der heiligen Dreieinigkeit je gestört wird! Das göttliche "Leben in Gemeinschaft" hat der Schöpfer dem Menschen mit der Ehe anvertraut. Aus diesem Grund kann die von Gott geschenkte Ehe nur durch den Tod eines Partners aufgelöst werden. Scheidung und Einsamkeit, die grosse Zivilisationskrankheit der modernen Zeit, ist nicht Gottes Wille. Der biblische Ausdruck für die Einheit von zwei Menschen umfasst alle Aspekte der Gemeinschaft. Sexualität ist nur in dieser Gemeinschaft sinnvoll und richtig, wo sie in ganzheitlicher Gemeinschaft einer vor Gott und Menschen geschlossenen Ehe eingebettet ist. Jede andere Form von praktizierter Sexualität wird von der Bibel als "Unzucht" bezeichnet.
Oberflächlich betrachtet erscheinen die biblischen Regeln zum Thema Ehe hart und wirklichkeitsfremd: Die Ehe ist eine göttliche Ordnung für das Zusammenleben von Mann und Frau, sie ist unauflöslich. Jede ausserhalb der Ehe praktizierte Sexualität ist Sünde und Verstoss gegen Gottes Ordnung.
Ehe, eine unerträgliche Last?
Sind Gottes Anweisungen für die Ehe unhaltbar, zu schwer für den Menschen? Unsere Gesellschaft hat diese Frage bejaht und Ehe nicht mehr als lebenslängliche Gemeinschaft deklariert, die Gesetze wurden entsprechend angepasst. Aber das Glück der Ehe erschliesst sich nur dem, der sich für immer rückhaltlos im Vertrauen bindet, und das Wesen der Ehe erfasst nur, wer sie als Abbild der Christusgemeinschaft erkennt. Hier liegt der Grund für das Scheidungsverbot Jesu.
Durch die Sünde hat der Mensch seine ursprüngliche Berufung, die persönliche Beziehung zu Gott, verloren, und damit auch die Quelle echter Lebenskraft. Aus eigener Kraft kann der Mensch die Gebote Gottes nicht einhalten. Diese Tragik zeigt bereits der erste Sündenfall von Adam und Eva. Sie wurden aus dem Paradies, der engen Lebensgemeinschaft mit Gott vertrieben. Tod, Krankheit, Krieg und vielerlei Not waren die Folge, das traurige Schicksal unzähliger Menschen. Mit dem Bruch der Beziehung zu Gott, begannen auch die Beziehungen der Menschen untereinander zu scheitern.
Um diesem Zerfall entgegenzuwirken, sandte Gott seinen Sohn in unsere sündhafte Welt. In den Evangelien wird Jesus Christus mehrmals als "Bräutigam" beschrieben. Er wirbt um uns Menschen wie ein Bräutigam um seine Braut. Die Liebe von Jesus Christus zu uns war und ist stärker als der Tod. Er hat stellvertretend die Strafe all unserer Vergehen getragen, mit seinem Tod am Kreuz gebüsst; auch für unsere Lieblosigkeit, Beziehungsunfähigkeit. Es war für Jesus ein schwerer und leidvoller Weg.
Ehe als glückliche Einheit durch Christus
Aus dieser erneuerten Gemeinschaft mit Jesus Christus entspringt die Kraft, die biblischen Anweisungen zu verstehen und zu befolgen. Auch die Begrenzungen (Gebote) zum Thema Ehe sind dann nicht mehr Last, an der wir zerbrechen, sondern Freiheit zu einem Leben in Gemeinschaft und Geborgenheit. In der christlichen Ehe können Mann und Frau eine glückliche Einheit durch Christus finden. Ein Mann, der sich an Jesus Christus orientiert, wird niemals tyrannisch, aber auch nicht schwach und apathisch sein. Er wird ritterlich für seine Frau sorgen, wie es Christus für seine Gemeinde tut. Eine Frau, die sich an Gottes Ordnungen orientiert, wird weder hörig noch rebellisch sein. Sie wird zu ihrem Mann stehen und ihn unterstützen, auch und gerade dann, wenn er Fehler macht. Die Männer sind aufgerufen, ihre Frauen zu lieben, und die Frauen, die Führungsrolle des Mannes für das gemeinsame Leben anzuerkennen und zu unterstützen. Mann und Frau haben ergänzende Aufgaben und Eigenschaften. Vor Gott sind beide gleichwertig - in ihrer Verschiedenheit. Wer aus der Kraft des Heiligen Geistes im eigenen Leben und in der Ehe schöpft, der wird in seiner Familie immer wieder ein Stück Himmel auf Erden erleben können; dem wird ein Leben in Liebe und Vergebung zu eigen.