B: Daniel Regli ist Historiker, politisch aktiv, Medienschaffender und - last but not least - Vater von drei Kindern. - Daniel, was verstehst du als Historiker unter dem Begriff "Bund"?
D: Beim Begriff Bund denken wir in der heutigen Zeit oft an Bundesbahnen, Bundesparlament oder Bundesobligationen und ähnliches. Aber der Bund ist ursprünglich etwas sehr Würdiges. Er ist eine Vereinbarung, die zwischen einzelnen Menschen oder zwischen einzelnen Staaten geschlossen wurde. Auffällig am Bund ist, dass Rechte und Pflichten definiert wurden. Das Spezielle an einem Bund ist, dass er mindestens lebenslang galt. Vielleicht sogar über Generationen wie beim Bundesbrief in der Schweiz, wo es am Schluss heisst: So Gott will, soll dieser Bund ewig dauern. Also nicht nur für eine kurze Zeit eine Art Agreement, sondern etwas, das eben lebenslang oder noch länger dauert.
B: Als verheirateter Mann bist du auch einen Bund mit deiner Frau eingegangen. Was bedeutet das?
D: Eben auch lebenslang. Das war für mich früher undenkbar: mit einer Frau das ganze Leben zusammen zu leben! Aber ich habe herausgefunden, dass eine tragende Beziehung nur wachsen und gedeihen kann, wenn sie ohne Zeitlimit abgeschlossen wird. Ich bin diesen Bund im Verständnis eingegangen, dass dort auch Rechte und Pflichten definiert werden. Man verschenkt sich einander als Ehepaar für das ganze Leben.
B: Bist du in deinem Leben auch noch einen anderen Bund eingegangen?
D: Es hat auch noch einen anderen Bund in meinem Leben gegeben und ohne diesen Bund hätte auch mein Ehebund - wir sind unterdessen 17 Jahre verheiratet - nicht funktioniert. Ich bin einen Bund mit Gott eingegangen. Es heisst: Gott ist die Liebe. Ohne diese Liebe wäre auch meine Ehe nicht lebensfähig.
B: Wie sieht der Bund mit Gott aus?
D: Das war nicht ganz einfach, denn bevor ich einen Bund mit Gott eingegangen bin, musste ich ihn kennen lernen, wissen, wer mein Bündnispartner ist, was meine Rechte und Pflichten sind. Da hat es einen Prozess in meinem Leben gegeben, wo ich durch Zeugnisse von Christen verstanden habe, was christlicher Glaube ist. Auf Grund dieses Verständnisses bin ich den Bund mit Gott eingegangen.
B: Wie wirkt sich jetzt dieser Bund aus?
D: Dieser Bund hat sich von Anfang an so ausgewirkt, dass Gott seine ersten Pflichten mir gegenüber sofort eingelöst hat und zwar auf ganz spürbare Weise. Vor 25 Jahren war ich in der Drogensucht wirklich verfangen und Gott hat dann seinen Bund so eingelöst, dass er sich in mein Leben eingeklinkt hat und mich von den Drogen befreit hat. Er hat einen Horizont in meinem Leben geöffnet und ich merkte, dass das nicht ein psychologisches, momentanes Erlebnis war, sondern Gott hatte begonnen, seine Pflichten in meinem Leben einzulösen und hatte mir gezeigt, dass er tut, was er verspricht und dass ich jetzt dran sei.
B: Und was sind deine Pflichten gegenüber Gott in diesem Bund?
D: Die erste Pflicht ist ihn einfach zu lieben und ihn zu ehren für das, was er tut, denn das meiste - 99,999% - tut er. Den Rest, den ich zu tun habe, ist eben ihn zu lieben und zu ehren.
B: Danke Daniel für das Gespräch.