Hopenet.ch: Worin liegt die Ursache der Scheidung?

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SCHEIDUNG

Interview mit Elsbeth Mathis
 
 
B: Bis der Tod euch scheidet, und dann geht die Ehe vorher in Brüche. Hoffnungen werden zerschlagen, Enttäuschungen bleiben zurück. Elsbeth Mathis erfuhr den Schmerz, aber auch die Heilung von einer Scheidung. Wie lange seid ihr verheiratet gewesen?

E: Wir waren 28 Jahre verheiratet und haben zwei Kinder.

B: Ihr ward eine christliche Familie. Du wie dein Mann haben an Gott geglaubt. Eigentlich gute Voraussetzungen, damit eine Ehe bis zum Tod hält. Warum kam es trotzdem zu einer Scheidung?

E: Wir haben uns wahrscheinlich in dieser Sicherheit gewogen. Neben der Familie waren wir sehr beschäftigt. Ich zum Beispiel war in meinem Beruf stark verwurzelt, hatte auch enorm viel Freude am Chorgesang; ich war in einem Frauenchor. Dann war ich auch in der Politik engagiert. Da ging mancher Abend drauf. Abende, die wir eigentlich hätten zusammen verbringen sollen, um miteinander reden zu können, aktuelle Probleme auszudiskutieren und nicht die Probleme zu ignorieren.

B: Hast du geahnt oder gefühlt, dass es zu einer Scheidung kommen könnte?

E: Nein. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Ich war total schockiert. Entsprechend war ich frustriert, hatte das Gefühl völlig ausgenutzt worden zu sein, alleine gelassen, auf die Seite gestellt worden zu sein, dass mein Mann sich nicht mehr für mich interessierte, was ja auch stimmte. Gleichzeitig wusste ich, dass auch ich Fehler gemacht hatte und ich begann zu grübeln, wie und wo das war.

B: Wie lange ist es seit der Scheidung her?

E: Es sind jetzt 10 Jahre.

B: Konntest du deinem Mann unterdessen vergeben?

E: Ja, ich habe ihm wirklich von Herzen vergeben können. Ich muss aber sagen, dass es ein Prozess war, der ein paar Jahre dauerte. Ich habe in dieser Zeit viel in der Bibel gelesen, gebetet, mein Herz vor Gott ausgeschüttet und so realisierte ich, wo ich an meinem Mann schuldig geworden war und er an mir. Ich denke, dass war ein wichtiger Prozess, dass ich der Schuld in die Augen schauen konnte und dann ist vergeben eine Selbstverständlichkeit, weil Jesus Christus uns vergeben hat. Es ist nun an mir auch zu vergeben. So konnte ich innere Heilung erfahren und gleichzeitig frei werden und nichts musste ich mehr nachtragen.

E: Danke, Elsbeth für das Gespräch.

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