B: Patrick Liechti ist dipl. Wirtschaftsprüfer und Partner einer Revisionsgesellschaft, die vor allem Banken und Effektenhändler prüft. Sein Beruf stellt höchste Ansprüche. Gleichzeitig ist er Vater zweier schulpflichtiger Kinder.
Patrick, bei einem solchen Programm kommst du sicher ab und zu unter Stress. Was stresst dich am meisten?
P: Ich bin ein Mensch, der gerne Herausforderungen hat. Ich glaube, dass eine gewisse Herausforderung auch die Leistung fördert und dies ist positiv zu werten. Aber es gibt Momente, wo ich vor allem im Geschäft, das Gefühl bekomme, dass ich den Anforderungen nicht mehr gerecht werden kann. Es kommen so viele Informationen, es sind so viele Anforderungen da. Daneben habe ich noch eine Familie, zwei Kinder, eine Frau und wenn ich dort spüre, dass ich nicht mehr nachkomme, dann fühle ich mich gestresst, dann habe ich keine Zeit mehr für Sport, bin ich nicht mehr ausgeglichen.
B: Wie wirkt sich der Stress konkret bei dir aus?
P: Ich schlafe sehr nervös und wenig, bin unkonzentriert, versuche Dinge parallel zu machen, weil ich das Gefühl habe, ich müsse mich beeilen. Das kommt nicht gut heraus. Das ist keine gute Arbeitsweise und ich bin dann auch nicht zufrieden.
B: Stress möchte man abbauen. Wie gehst du damit um?
P: Ich möchte vorwegschicken, dass ich mich vor einigen Jahren für Jesus entschieden und ihn als persönlichen Herrn und Erlöser aufgenommen habe. Ich habe gelernt in der Gemeinschaft mit Gott meine Prioritäten im Leben immer wieder zu hinterfragen und neu auszurichten. Ich erlebe es, dass ich im Gebet oder beim Lesen der Bibel von Gott Impulse bekomme, welche Dinge ich in meinem Leben weglassen muss: ob ich einen Termin absagen muss oder ob ich etwas aufschieben kann. Ich strecke mich danach aus im Willen Gottes zu leben. Ich glaube, dass er mit mir durch den Alltag kommt, damit ich nicht gestresst durch die Zeit gehen muss.
B: Wo ist der Ort, wo du stressfrei sein kannst?
P: Ort ist vielleicht ein schwieriger Ausdruck, der Ort ist bei mir nicht eine Bank am Waldrand. Der Ort, wo ich stressfrei sein kann, ist zum Beispiel in einem Gottesdienst, wenn ich Zeit habe Gott zu begegnen, seine Liebe, seine Annahme erleben darf, ohne etwas leisten zu müssen. Wenn ich in der Bibel lese, wie Gott mit der Arbeit umgeht, sehe ich, dass Gott sechs Tage gearbeitet hat, d.h. die Welt erschaffen hat. Und er hat sich die Zeit genommen, sich einen Tag auszuruhen. Das ist ein Grundsatz, den ich versuche umzusetzen, weil ich denke, dass es sehr weise ist, dass wir das tun.
B: Danke Patrick für das Gespräch.