B: Gaby und Pierre haben vor gut 4 Jahren geheiratet und sind somit eine Beziehung eingegangen, die "bis der Tod euch scheidet" halten sollte. Wie erlebt ihr diese Beziehung?
P: Am Anfang hatten wir etliche Schwierigkeiten, aber heute kann ich wirklich sagen, dass ich ein glücklich verheirateter Ehemann bin.
B: Wie sahen denn diese Schwierigkeiten konkret aus?
G: Ich musste lernen, meine Bedürfnisse meinem Mann mitzuteilen und durfte nicht erwarten, dass er mir alles von den Augen ablesen könnte. Wenn ich in den Arm genommen werden wollte oder einen Abend mit ihm allein sein wollte, musste ich ihm das sagen und nicht warten, bis vier Wochen vergangen waren, um dann, wenn sich nichts nach meinen Wünschen ereignete, zu explodieren.
B: Eine gute Beziehung muss gepflegt werden. Wie macht ihr das?
P: Wir sind in eine Ehe-Therapie gegangen, weil unsere Beziehung sehr schwierig war. Dort lernten wir, dass es sehr wichtig ist, mindestens einmal in der Woche etwas zusammen zu unternehmen. z.B. Billard zu spielen oder ins Thermalbad zu gehen; einfach etwas zu tun, was uns beiden Spass macht. Als wir anfingen, das zu machen, merkte ich, dass dadurch unsere Beziehung gekittet wurde.
B: Habt ihr das alleine geschafft? Aus eigener Leistung?
G: Nein. Da wir Christen sind, glaubten wir zuerst, dass mit Jesus als unsere Basis schon alles richtig herauskäme, und dass wir die Schwierigkeiten meistern könnten. Aber wir mussten dann doch eine Ehe-Therapie beginnen und sind auch in eine christliche Ehepaargruppe gegangen, wo Ehe-Themen besprochen wurden. Dort haben wir auch gesehen, dass es anderen ähnlich erging wie uns.
B: Wenn grosse Schwierigkeiten eintreten, wendet ihr euch dann an Menschen oder an Gott?
P: Wir wenden uns an Gott. Früher war es anders: Sehr schnell hatte ich zum Telefon gegriffen und Menschen angerufen. Heute mache ich das kaum mehr. Ich gehe zu Gott, gehe auch mal hinaus, rede mit Gott und so kehrt der Friede schnell wieder ein.
B: Welches ist die stärkste Beziehung in deinem Leben?
G: Meine Beziehung zu Jesus. Am Anfang unserer Ehe habe ich mich zu stark auf Pierre gestützt, wollte alles von ihm haben und merkte dann, dass das nicht geht: Er kann nicht alle meine Bedürfnisse stillen. Das kann nur Jesus allein: vollkommenen Frieden schenken, den Frieden, den ich brauche.
B: Danke für eure Offenheit und das Gespräch.
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