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TOLERANZ

Stellungnahme zur Zeremonie der Hare-Krishna-Mönche in der Jakobskirche Zürich
Die Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein, die Chinmoy-Anhänger und manche andere Vertreter neohinduistischer und neobuddhistischer Spiritualität lassen sich gerne in kirchliche Räume einladen und demonstrieren bei kirchlichen Anlässen (z.b. Hare Krishna mit Zeremonien während der interreligiösen Begegnungswoche Jakobskirche Zürich; Chinmoy-Chor bei Gottesdiensten in verschiedenen Kirchgemeinden) durch ihr Mitmachen ihre grenzenlose religiöse Toleranz.
Auch als Christen üben wir Toleranz. Aber christliche Toleranz ist Respekt für die Andersartigkeit des anderen, während die neu-östliche Toleranz alles Christliche ins Östliche und zum Beispiel Jesus Christus fast ohne Rest an "ihren" Krishna bindet. Gerade die christliche Toleranz setzt dieser Angleichung Grenzen. Sie unterlässt alles, was dieser Angleichung, ja sogar dieser Toleranz dient. Auch pflegen nicht wenige dieser neu-östlichen Gurubewegungen eine völlig unkritische Guruverehrung und damit verbunden eine zwar nach aussen diskret verschwiegene, aber nicht weniger radikale Abwertung der Aussenwelt.
Mit anderen Worten: Der nach aussen zur Schau gestellten Toleranz widerspricht die gruppeninterne Wirklichkeit. Je sektenhafter eine Gruppe denkt und lebt, desto weniger vermag sie diesen und andere Widersprüche wahrzunehmen. In öffentlichen Auftritten (wie z.B. bei der Feuerzeremonie und dem Opfer für Gott Krishna der Hare Krishna-Bewegung in der Jakobskirche in Zürich) wird so eine eigene Spiritualität präsentiert, die sich für den eintretenden, vornehmlich jungen Menschen als eigentliche Falle erweisen kann.
Wir bitten daher Pfarrer (und Pfarrerinnen), Gemeindeleiter/-innen sowie die Mitglieder der Kirchenverwaltungen und Kirchenpflege, in christlicher Toleranz die Andersartigkeit des anderen nicht zu übersehen aber keine Hilfestellungen (z.b. Kirchen und kirchliche Räume zur Verfügung zu stellen) zu bieten. Denn sektenhafte Bewegungen und Gemeinschaften wollen bei aller zur Schau getragenen Offenheit missionarisch Christus vereinnahmen und (junge) Menschen in neue Formen von Abhängigkeit führen.
Für die ökumenische Arbeitsgruppe "Neue religiöse Bewegungen in der Schweiz":
Kaplan Joachim Müller,
Katholische Arbeitsstelle
"Neue religiöse Bewegungen" der Schweizer Bischofskonferenz
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