B: Es war an einem Betriebsanlass als die 22-jährige Susanna während einer Tanzvorführung über den Rand der drei Meter hohen Bühne stürzte. Heute sitzt sie im Rollstuhl. Susanna, was ist geschehen?
S: Als ich von der Bühne stürzte, fiel ich mit meinem Kopf und Rücken auf eine Eisentreppe und bin da mit einem doppelten Schädelbruch liegengeblieben. Ich zog mir eine doppelte Hirnstammkontusion zu, ich habe mein Gehirn verletzt und ich hatte eine Berstungsfraktur am ersten Lendenwirbel, d.h. der Wirbel ist in tausend Stücke zerborsten und hat einen Teil von meinem Rückenmark beschädigt.
B: Was waren die Folgen davon?
S: Die Folgen waren auch, dass mein Sehnerv durchtrennt war; ich konnte nur noch schielen. Mir hat es vom Aufschlag auf das Gehirn den Kehlkopf gelähmt; ich konnte also nicht mehr schlucken, nicht einmal mehr den eigenen Speichel. Und die Berstungsfraktur am ersten Lendenwirbel hatte die inkomplette Querschnittlähmung zur Folge
B: Du lagst auch im Koma. Was waren deine ersten Gedanken als du wieder aufgewacht bist?
S: Ich erwachte sehr langsam und erlebte daher diesen Schockmoment nicht. Aber ich merkte, dass etwas nicht stimmte. Mein eigentlich erster Gedanke war: Gott kann heilen, dabei wusste ich noch nicht einmal, was ich alles hatte.
B: Wie ist dein heutiger Zustand?
S: Mein heutiger Zustand nach zwei Jahren beruht auf fortwährender Besserung. Ich habe letzte Woche erfahren, das mein Rückenmark sich immer noch am erholen ist und dass das Ganze noch nicht abgeschlossen ist.
B: Was hat dich in dieser Zeit oder vielleicht auch heute noch am meisten niedergeschmettert?
S: Das Schlimmste war eigentlich immer, dass nachdem wieder etwas neu gegangen war - das war immer ganz, ganz schön, da war ich stimmungsmässig ganz oben - mich nach zwei, drei Tagen wieder die Angst packte: Ja, was mache ich, wenn dieser Fortschritt nun der letzte war. Und so waren diese Glücksmomente immer ganz kurz und wichen wieder dieser Angst: Was ist wenn?
B: Warum ist dies gerade dir das passiert?
S: Ich denke auf diese Frage werden wir nie eine Antwort bekommen. Ich habe mir die Frage auch gestellt und kam zum Schluss: Zum Glück ist es mir passiert und nicht einem Menschen, der die Hoffnung in Gott noch nicht hat.
B: Hat dich Gott hängen gelassen, dass er dich runterfallen liess?
S: Nein, ich glaube nicht. Er hat mich nicht hängen gelassen. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht und ich wusste, Gott hat mich nicht von der Bühne gestossen, sondern unten aufgefangen.
B: Danke Susanna für das Gespräch.