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KONFLIKTE

Interview mit Dieter Aeppli
 
 
B: Seit 17 Jahren arbeitet Dieter Aeppli bei der Flughafenpolizei und seit einem Jahr beim speziellen Dienst im Kampf gegen die illegale Migration; unter anderem ist er mitverantwortlich bei den begleiteten Ausschaffungen ins Ausland.

Dieter, wie läuft so eine Rückschaffung ab?

D: Je nach Verhalten der Person kommen drei verschiedene Methoden zur Anwendung. Die erste: wenn die Person willig ist selbstständig zurückzufliegen, wird sie zum Flugzeug begleitet und fliegt ab. Die nächste Stufe wäre, dass man die Person wohl oder übel an Händen und Füssen an einen Rollstuhl festbinden muss und sie so ins Flugzeug gebracht wird, wo sie von zwei zivilen Begleitern nach Hause gebracht wird. Bei der letzten Stufe wird ein Kleinflugzeug gechartert, das ihn ins Heimatland zurückbringt.

B: Wie sah dein schlimmster Fall aus?

D: Das war in einem dieser Kleinflugzeug bei einer Ausschaffung nach Westafrika, wo die Zurückzuschaffenden sehr tobten und schrieen und die Gefahr bestand, dass sie die Sitze aus den Verankerungen reissen könnten.

B: Nun bist du seit fast 30 Jahren Christ und warst auch in der Mission in Westafrika, darf ein Christ Menschen ausschaffen?

D: Ich sehe nichts, das meiner Glaubensüberzeugung entgegenstünde. Ich bete jeweils vor und während dem Einsatz, damit Gott in solchen Einsätzen die Herrschaft übernimmt. Man muss wissen, dass viele von diesen Leuten, also alle die wir rückschaffen, illegal mit falschen oder ohne Dokumente ins Land gekommen sind und so versuchen, ein Stück vom Kuchen abzuschneiden und sich hier niederzulassen. Menschlich verständlich, aber wenn alle Instanzen nein gesagt haben, so dass er zurück muss und selbst wenn er Asyl beantragt hat und nach einer nochmaligen Untersuchung der Bescheid wiederum negativ ausfällt, dann muss er halt zurück, und da habe auch ich ein Ja zur Ausschaffung.

B: Wie verarbeitest du solche Konfliktsituationen?

D: Probleme entstehen vor allem bei Situationen, wo die Rückzuschaffenden sehr aggressiv waren, sie geschrieen und Drohungen gegen uns ausgestossen haben, versuchten zu beissen und sich selbst zu verletzten, dann geht das schon ans Lebendige. Da versucht jeder auf seine Art solche Erlebnisse zu verarbeiten, die einen durch ein Hobby, andere in dem sie es einfach wegzustecken versuchen. Solche Situationen haben mich immer wieder zu Gott gebracht. Ihm kann ich sagen, dass mich das beschäftigt hat, ihn bitte ich, jeglichen Zorn und Bitterkeit von mir weg zu nehmen und so bin ich befreit. Er hat mir immer geholfen und daher kann ich diese Arbeit auch tun. Gewisse Kollegen müssen nach einigen Jahren mit dieser Arbeit aufhören, aber ich kann das tun mit der Kraft des Herrn.

B: Danke Dieter für das Gespräch.

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