Hopenet.ch: Mit Gottes Hilfe Konflikte überwinden

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KONFLIKTE

von Werner Kniesel
Wer kennt sie nicht, die Konflikte in Familie, Beruf und Betrieb, in Freundschaft und unter Kollegen. Sie belasten unseren Alltag, sie rauben Kraft und Gesundheit, und sie bringen in letzter Konsequenz Zerstörung. Die statistischen Erhebungen sprechen eine traurige Sprache.

Konflikte in zwischenmenschlichen Beziehungen

Gelegentlich schlagen sie in unser Leben ein wie Blitze. Sie fühlen sich an wie Ohrfeigen und wollen uns aus der Fassung bringen. Andere wiederum wachsen langsam, schwelen dahin. Anfänglich bewirken sie nur unbedeutenden Ärger, doch durch ständiges Wiederholen verstärkt sich das Gefühl, aus Ärger wird Wut, und irgendwann kommt es zum Überkochen. Das mag sich dann in Worten äussern wie: "Jetzt reicht's mir!" Viele Ehen und Familien wurden so gerüttelt, geschüttelt oder gar zerrissen. Das Gleiche bedroht auch Betriebsklimas. Persönliche Reibereien können, wenn sie nicht rechtzeitig behoben werden, die Atmosphäre vergiften. Wer offene Augen und Ohren hat bemerkt bald, dass unsere zwischenmenschlichen Beziehungen kompliziert geworden sind, dass heute oft statt Verbindlichkeit und Eigenverantwortung Beliebigkeit, statt Lernbereitschaft Besserwisserei und statt Gottvertrauen Angst vorherrschen. Ein jeder denkt doch zuerst an sich selbst. Damit sind Konflikte vorprogrammiert.

Konflikte mit sich selber

Konflikte zwischen eigenen Wünschen, Möglichkeiten und Normen. Sie führen zur Verdrängung und/oder Ersatzbefriedigung. Das Angebot ist gross: Ideologien, Sekten, Esoterik, New Age etc. Früher oder später erweisen sie sich als Utopien, Enttäuschungen oder Irrwege. Andere wiederum flüchten sich in Alkohol oder Drogen und wieder andere ziehen sich in sich selber zurück, sitzen da, isoliert, einsam, sich selbst bemitleidend. Die Bibel lehrt, dass der Mensch eben dringend noch etwas anderes braucht, um gesund zu bleiben: Das Wort aus dem Munde Gottes.

Konflikte mit Gott

Dieser Konflikt steht im Zusammenhang mit den in uns verankerten Fragen über Woher, Wozu und Wohin. Wie viel Energie wird doch verwendet, um diese Fragen zu verdrängen; und doch, eines Tages, manchmal erst in der letzten und schwersten Krise des Lebens, dem Sterben, kommt für jeden Menschen die Lebensfrage hoch: "Sollte das kurze Erdendasein alles gewesen sein, oder geht es womöglich doch weiter nach dem Sterben?" Es lohnt sich, schon früh im Leben diese Frage mit ehrlichem Herzen zu stellen und die Möglichkeit zuzulassen, dass Gott dem Fragenden persönlich begegnen kann und er die Gewissheit bekommt: Gott lebt, er liebt mich und sorgt für mich! Durch die einmalige Entschuldungsaktion hat Jesus Christus am Kreuz von Golgatha der Menschen Schuldenlast auf sich genommen. Darum ist für jeden Menschen Versöhnung mit Gott möglich. Wer sein Inneres für diese Versöhnung öffnet, findet zurück in die schöpfungsbedingte Nähe Gottes und wird erleben, dass tiefer Friede seine Seele erfüllt. In der Lebensgemeinschaft mit dem Schöpfer wird Wiederherstellung seiner Persönlichkeit stattfinden. Das mehr oder minder dicke ICH wird zugunsten vom DU abnehmen, die Bereitschaft zur Vergebung und Versöhnung zunehmen.

Biblische Aussagen zur Konfliktlösung

Die Verknüpfung der obigen drei Konfliktbereiche wird im ersten Johannesbrief besonders deutlich. Da steht: "Wenn jemand spricht, er liebe Gott und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner."

Jesus Christus sprach verschiedentlich über das Konflikt-Problem. So lesen wir im 18. Kapitel des Matthäusevangeliums: "Wenn dein Bruder dir Unrecht getan hat, dann gehe zu ihm und spreche mit ihm. Hört er nicht, dann ziehe einen oder zwei Zeugen herbei." Und um uns daran zu erinnern, wie schnell Relationen verzerrt werden, mahnt er im siebten Kapitel: "Du regst dich über die kleinen Schwächen deines Bruders auf und erkennst nicht deine eigenen. Du sagst: Mein Freund, komm' her, ich will dir die Augen für deine Fehler öffnen! Dabei bist du blind für deine eigene Schuld."

Was aber tun, wenn der Andere bei meinem Versuch zur Versöhnung zurückweisend reagiert, rechthaberisch auf seinem Standpunkt beharrt oder meine Versöhnungsbemühen ins Lächerliche zieht? Die Bibel kennt dieses Problem. Im Römerbrief, Kapitel 12, Vers 18 steht: "So viel an euch liegt, haltet Frieden mit jedermann!" Gott will nicht, dass wir wegen eines Querkopfes möglicherweise mit uns selbst in Konflikt geraten und in Unfrieden leben müssen.

Konflikte mit anderen, mit mir selbst und mit Gott werden wohl immer wieder auftreten. Lösungen sollten jedoch nicht nur mit eigenen Bemühungen angegangen werden. Hilfe ist primär bei Gott - dem Gott der Versöhnung. Er vergibt und liebt in solchem Mass, dass wir auch andern und auch uns selbst vergeben können, dass wir befreit wieder auf den Andern zugehen können. Versöhnung bedeutet nicht Konflikt-Vermeidungsstrategie, sondern Vergebung und Wiederherstellung. Dies ist ein Geschenk Gottes, das man annehmen - aber auch ablehnen - kann; und das man durch Gottes Kraft an den Nächsten weiterreichen darf.

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