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HEILIGER GEIST

von Urs Schmid
Es fällt nicht schwer von Gott und Jesus Christus in verständlichen Bildern zu sprechen. Zu Gott beten Christen mit der Anrede: "Unser Vater im Himmel..." Die Bibel zeigt uns diesen Vater als den Schöpfer allen Seins. Gewaltige Macht, unbegrenzte Kreativität und Väterlichkeit sind Worte, mit denen Gott beschrieben wird. Jesus Christus ist an Weihnachten im Stall von Bethlehem geboren. Wir feiern jedes Jahr das Kind in der Krippe. Als Zimmermann ist er ganz Mensch und Handwerker gewesen. Die Evangelien berichten ausführlich über die letzten Jahre und Tage vor seiner Hinrichtung am Kreuz von Golgatha.

Wer ist der heilige Geist?

Über den Geist Gottes zu sprechen - den heiligen Geist -, wie ihn das Apostolische Glaubensbekenntnis nennt, ist nicht leicht. Denn das Wort "Geist" hat in unserer deutschen Sprache eine grosse Bedeutungsbreite: Wenn in einem alten Schloss ein "Geist" umgeht, so ist damit ein Gespenst gemeint. Ist von einem "geistreichen" Partner die Rede, so wird ein einfallsreicher Verstand gerühmt. Sprechen wir vom "Geist einer Epoche", so verstehen wir darunter ein bestimmtes, prägendes Denken und Handeln einer Generation. Und schliesslich spricht man vom "Kampfgeist" und meint Begeisterung und Schwungkraft.

Die Bibel spricht von Wind oder Feuer, wenn sie uns die geheimnisvolle Gegenwart des heiligen Geistes illustrieren will. Jesus Christus selbst sprach davon, dass er selber und sein Vater in das Leben seiner Jünger kommen werde (Johannesevangelium, Kapitel 14-17), und zwar in Person des heiligen Geistes. Nebst den Bildern von Wind und Feuer lesen wir auch von der Kraft des heiligen Geistes. Diese Kraft Gottes offenbart sich in Menschen überraschend, erschreckend, geheimnisvoll und wunderbar zugleich! Der Pfingstbericht am Anfang der Apostelgeschichte beschreibt das gewaltige, erste Wirken des heiligen Geistes bei den Jüngern in Jerusalem. Es ist dort die Rede von "Brausen vom Himmel", von "Feuerzungen", von "Sprechen in neuen Sprachen" und von einer gewaltigen Freude, die von Kritikern als "Betrunkenheit" beschrieben wurde. 2000 Jahre danach erkennen wir - anhand des Geschehens um Pfingsten - verschiedene Hinweise, die uns helfen, Gottes Geist kennen zu lernen:

Die verändernde Kraft des heiligen Geistes nach Pfingsten

Die christliche Kirche entstand erst nach dem Pfingstwunder. Das Sterben und Auferstehen und die Himmelfahrt von Jesus Christus waren nicht die Voraussetzungen zur Gründung der ersten Gemeinde in Jerusalem. Dies wurde erst durch das Kommen des heiligen Geistes möglich.

Petrus war vor Pfingsten zwar ein eifriger Jünger Jesu, doch er versagte immer wieder. Nicht einmal vor einer einfachen römischen Magd konnte er sich zu Jesus bekennen. Drei mal verleugnete er ihn, ehe der Hahn krähte. Nach der Ausgiessung des heiligen Geistes begegnen wir einem veränderten Petrus. Er predigte unter Todesgefahr das Evangelium von Jesus Christus. In der Folge schlossen sich 3000 Menschen der Jüngerschaft an. Sie alle wurden von dem einen Glauben überzeugt: "Jesus Christus ist Gottes Sohn, der Retter der Welt."

Seit Pfingsten setzte sich der Glaube an Jesus Christus durch - auch inmitten gewaltiger Widerstände. Einerseits bedrohten die Grundlagen der griechischen Philosophie in der Theologie immer wieder den lebendigen Glauben an Jesus, andererseits wurden die Christen immer wieder blutig verfolgt und in römischen Arenen den Löwen zum Frass vorgeworfen. Trotzdem wurde das Christentum zur grössten Kraft der westlichen Welt. Allein durch das erneute und verstärkte Wirken des heiligen Geistes im zwanzigsten Jahrhundert bekennt sich heute ein Drittel der weltweiten Christenheit zu Jesus Christus. Geschichtswissenschaftler nennen dies die grösste nicht-politische Bewegung des Jahrhunderts.

Gottes Geist gibt Zeugnis unserem Geist

Seit Pfingsten hat der heilige Geist durch alle Zeiten hindurch dafür gesorgt, dass innerhalb und ausserhalb traditioneller "Kirchenmauern" der Glaube an Jesus Christus nie erloschen, sondern immer wieder neu aufgeflammt ist. Wenn sein Wirken auch für unser Empfinden zuweilen überraschend, erschreckend, geheimnisvoll und wunderbar zugleich erscheint, führt er uns primär als "himmlischer Lehrer" zum rechten Glauben an Jesus Christus. Viele fragen: "Wie kann mein Leben neu werden?" Und sie suchen Antworten in der Psychologie und bei Ideologien. Alle diese Versuche scheitern, denn ein Leben kann allein durch das Wirken des heiligen Geistes neu werden. Die Reformatoren haben davon gesprochen, dass der heilige Geist im Innern des menschlichen Herzens Zeugnis für Jesus ablegt. Konkret bedeutet dies: Keiner kann ohne den heiligen Geist zum Glauben an Jesus Christus kommen; keiner kann ohne ihn begreifen, dass Jesus für unsere Sünde gestorben ist, und dass er uns zum Vater im Himmel zurückführt. So, dass wir wieder wie Kinder beten können: "Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden..."

Lieber Leser, haben Sie schon erlebt, dass Gottes Geist in Ihrem Innern dieses alte Gebet zu einer neuen und gewaltigen Realität werden liess? Gott hat seinen Geist auch für Sie in diese Welt gesandt, und er wartet nur darauf, dass Sie ihn bitten, Ihnen zu helfen. Er wird das menschlich Unmögliche möglich machen. Er wird bewirken, dass Sie von ganzem Herzen an Jesus Christus als Ihren persönlichen Herrn und Erlöser glauben können.

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