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DAS UNSICHTBARE

von Urs Schmid
Seit der Aufklärung begann das materialistische Weltbild, vor allem die gebildete Schicht der westlichen Welt zu prägen. Dieses Weltbild, gepaart mit einer traditionell christlichen Ethik ermöglichte eine gewaltige, technisch-industrielle Entwicklung. Die letzten vier bis fünf Generationen zeugen davon. Der Erfolg dieser Entwicklung rechtfertigte das materialistische Weltbild derart, dass selbst Theologen wie Bultmann die übernatürliche und unsichtbare Dimension in Zweifel zogen.

Zwischenzeitlich ist dieses Denken jedoch wieder weitgehend verblasst. Heute fasziniert das Übernatürliche, das Wunderbare, das Esoterische. Das geheimnisvolle Wissen von Druiden, Schamanen, Geisterbeschwörern, Hexen, Wahrsagern, Hellsehern usw. zieht grosse Massen an. Psi-Kongresse, esoterische Literatur, Horoskope haben Hochkonjunktur. Kontaktaufnahme mit Geistern (übernatürlichen, unsichtbaren Kräften) ist "in". Laut dem Magazin "Der Spiegel" (Nr. 9), will etwa jeder dritte Jugendliche in Thüringen bereits aktiv Kontakt mit Geistern gesucht haben, und über ein Drittel von ihnen haben bereits selbst das Pendel geschwungen, Karten gelesen oder Gläser gerückt.

Die unsichtbare Realität

Das Erforschen dieser gewaltigen und geheimnisvollen Welt ist nicht leicht. Für das Sichtbare kommen wir mit der menschlichen Sprache aus; für das Unsichtbare aber haben wir keine angemessene Ausdrucksweise. Deshalb verwendete Jesus Gleichnisse und Gleichnisworte, wenn er vom Unsichtbaren sprach. Zum anderen hat man zu beachten, dass jedes Geschehen sich in beiden Wirklichkeiten zugleich ereignet. Weil beide sich durchdringen, lässt jeder Vorgang zwei Aspekte zu. Im Sichtbaren, das aus Materie, Raum und Zeit sich zusammensetzt ist alles ein "Werden"; im Unsichtbaren hingegen hat derselbe Vorgang einen zeitlosen Charakter, es ist ein zeitloses Setzen und Handeln Gottes.

Gemäss den biblischen Berichten lebt Gott in der unsichtbaren Welt. "Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." Gott, der Schöpfer des Universums und der Menschheit, lebt im Unsichtbaren. Ein persönlicher Kontakt mit ihm ist für uns Menschen möglich, obwohl wir ihn nicht mit unseren Augen sehen können. Die Bibel mahnt aber zur Vorsicht. Nicht jede Kontaktaufnahme mit der unsichtbaren Welt führt uns automatisch zu Gott. Wir finden diesbezüglich viele Warnungen in der Bibel. So zum Beispiel in 5. Mose 18,10-12:

"Dass nicht jemand unter dir gefunden werde, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt oder Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt oder Bannungen oder Geisterbeschwörungen oder Zeichendeuterei vornimmt oder die Toten befragt. Denn wer das tut, der ist dem Herrn ein Greuel."

Zugang zur unsichtbaren Welt

Da es in der unsichtbaren Welt offensichtlich böse und zerstörerische Mächte gibt, hat Gott seinem Volk einerseits die Kontaktaufnahme mit der unsichtbaren Welt verboten, andererseits wünscht Gott, mit seinem Volk den Kontakt zu pflegen. Wo liegt die Grenze zwischen gebotenem und verbotenem Kontakt mit der unsichtbaren Welt?

Der richtige Zugang zeigt uns wiederum die heilige Schrift. "So spricht der Herr", heisst es 2600-mal im alten Testament. Der wahre Gott tut sich selbst kund. In der Geschichte seines Volkes Israel und in der Geschichte der Christen wirkt Gott bis heute. Er spricht zu uns durch sein Wort, die Bibel. Wer sich mit den biblischen Texten beschäftigt und im Gebet den Zugang zum biblischen Gott sucht, der wird nicht enttäuscht werden und in der unsichtbaren Welt nie an die "falsche Adresse" gelangen. Durch seinen Sohn, Jesus Christus, erreicht Gottes Reden in dieser Welt seinen Höhepunkt! "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe" (Johannesevangelium 3,16).

Wer im Namen Jesu Christi zum lebendigen Gott kommt, findet wunderbaren Zugang zur unsichtbaren Welt. Der Geist Gottes selber wird dem Christen die herrliche Dimension der Welt Gottes mehr und mehr aufschliessen.

Haben sie das schon erfahren? Die unsichtbare Welt, Gott selber ist nur gerade ein Gebet weit von ihnen entfernt!

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