B: Hanna-Rose war 47 Jahre mit ihrem Mann verheiratet. Während ihr Mann zum christlichen Glauben eher distanziert war, führte Hanna-Rose ein engagiertes christliches Leben. Christenleben führen beinhaltet ja auch das Gebet. Was ist das eigentlich "beten"?
H: Beten bedeutet für mich, dass ich mein Herz ausschütten kann und mit Gott sprechen kann, so wie mit einer Freundin auch wenn ich nicht immer eine Antwort bekomme; das ist nicht immer der Fall. Aber ich kann ruhig werden bekomme ich immer wieder einen Auftrieb. Manchmal spüre ich, dass Gott etwas anderes will, als das was ich mir überlegt habe.
B: Wie oft betest du im Tag? Einmal, zweimal?
H: Ich bete bestimmt am Morgen, wenn ich in der Bibel lese. Aber auch schon wenn ich erwache am Morgen früh, lege ich den ganzen Tag in Gottes Hand und freue mich, dass er mich begleitet. Den Tag hindurch bete ich auch zu Gott, vor allem dann, wenn etwas ist, was mir auf dem Herzen liegt.
B: Man muss also nicht in eine Kirche gehen um zu beten?
H: Nein, muss man nicht.
B: Im Gebet legt man ja auch Gott seine Sorgen hin. Was war dein grösstes Gebetsanliegen?
H: Das war bestimmt die Situation in meiner Ehe. Mein Mann fand keine Beziehung zu Gott. Ich dachte, wenn ich Gott nachfolgte, würde auch mein Mann dies in kürzester Zeit tun. So habe ich mir das überlegt, aber dem war nicht so.
B: Die "kürzeste Zeit" dauerte 35 Jahre. 35 Jahre für etwas zu beten ist das nicht schwer?
H: Ja, das war manchmal sehr schwer. Oft fragte ich mich, warum Gott mich nicht erhöre. Gott sagt nämlich in seinem Wort, dass er Gebet erhört und ich wollte ihm vertrauen. Aber manchmal fehlte mir dazu der Glaube.
B: Dein Mann hat schliesslich zu Gott gefunden. Gott hat dein Gebet erhört. Gibt es denn die Möglichkeit, dass man falsch beten und dass daher Gott Gebete nicht oder nicht so schnell erhört?
H: Das denk ich nicht. Wir dürfen zu ihm kommen wie ein Kind zum Vater. Manchmal ist es so, dass Gott ein Gebet nicht in der Zeit, die wir uns vorstellen, antwortet. In meinem Fall brauchte ich sehrwahrscheinlich Veränderung. ich hatte ja auch so meine Ecken und Kanten. Daran hat Gott gearbeitet.
B: Es ist wunderbar einen Gott zu haben, der hört und der antwortet. Danke für das Gespräch.