B: Reto Roffler hat vor 17 Jahren ohne eigene finanzielle Mittel ein Herrenausstattungs- geschäft gegründet, das heute durch seine Exklusivität bekannt ist. Reto, du bist in dieser Zeit auch bekennender Christ geworden. Christ und Geld - geht das überhaupt zusammen?
R: Das geht sogar sehr gut zusammen. Wichtig ist, dass man sich bewusst ist, dass das Geld, das man hat, nicht einem selbst gehört, sondern dass man eines Tages vor Gott dafür Verantwortung ablegen muss, dass man damit dementsprechend haushalterisch umgehen muss. Das Allerwichtigste aber ist, dass man das Geld im Griff hat und dass nicht das Geld einem im Griff hat.
B: Du hast dich selbst wegen Steuerhinterziehung angezeigt. Das ist eher ungewöhnlich. Warum hast du das getan?
R: Gott hat mir immer wieder gezeigt, dass etwas in meinem Leben nicht in Ordnung war. Es ging ganz klar um ein Schwarzgeldkonto. Schwarzgeldkonti sind Konti, die mit Geld gefüllt werden, das man an den Steuern vorbeiverdient hat, also Steuerhinterziehung. Ich wusste, dass ich eines Tages dieses Konto säubern und in Ordnung bringen musste. Das hat mich ziemlich viel Überwindung und auch etwas Mut gekostet, weil es ganz klar mit vielen Kosten, Bussen und Nachsteuern verbunden war.
B: Hat dir Gott dabei auch geholfen?
R: Ich habe Gott alles hingelegt und ihn um Hilfe gebeten. Es hat fünf Viertel Jahre gedauert bis alles über die Bühne gelaufen war. Der Steuerexperte dieser Bank sagte zu mir, dass er es noch nie erlebt hätte, dass jemand in so kurzer Zeit mit dem Minimum an Busse und dem Minimum an Nachsteuern durchgekommen wäre. Für mich war das ein klarer Hinweis, dass Gott die Hand darüber gehalten hatte.
B: Dennoch hat dieser Schritt dich finanziell etwas gekostet. Hast du diesen Schritt noch nie bereut?
R: Nein, nie. Der Volksmund sagt so schön: "Ein reines Gewissen ist ein gutes Ruhekissen. Das gilt heute auch für mich und dafür bin ich Gott dankbar.