Hopenet.ch: Regiert Geld wirklich die Welt?

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GELD

von Werner Kniesel
Mit Geld verschaffen wir uns die lebensnotwendigen und -verschönernden Dinge. Geld geht von Hand zu Hand; es vereinfacht das Kaufen und Verkaufen. So gesehen ist Geld eine sinnvolle und notwendige Einrichtung. Geld ist ein Hilfsmittel zur Vermehrung des Wohlstandes. Es ist ambivalent und kann wie jede Gabe unseres Schöpfers zum Guten gebraucht, oder zum Schlechten missbraucht werden. Nicht das Geld, sondern die Liebe zum Geld ist das Problem. Nicht das Tauschmittel, sondern die Tatsache, dass sich dieses in Händen von Menschen befindet birgt Gefahren.

Geld ein guter Diener, aber ein schlechter Herr

Jedes Geldstück in des Menschen Hand kann sich als etwas Machtvolles entpuppen. Es kann sonderbaren Einfluss gewinnen, nach dem Menschen greifen; es beginnt über ihn zu herrschen, sein Denken, Fühlen und Streben in den Bann zu nehmen. Plötzlich beginnt sich alles um das Erhalten und Vermehren des Vermögens zu kreisen. An diesem Punkt macht nicht mehr der Mensch mit dem Geld, was er will, - sondern das Geld mit ihm. Die Jagd nach dem schnöden Mammon (aramäisches Wort für Besitz / Reichtum) hält uns dann rund um die Uhr in Atem. Wieviel Stress, Sorgen, Schlaflosigkeit, Unzufriedenheit, Streit, Betrug, Ängste bis hin zu Mordtaten sind auf die machtvolle Einflussnahme des Geldes zurückzuführen. Geld versklavt, wenn wir nicht aufmerksam sind. Haben Sie das Geld, - oder hat das Geld Sie?

Gott ist nicht gegen Wohlstand

Die Bibel macht klar, dass Gott ehrlich erworbenen Besitz bejaht. Reichtum, Eigentum sind neutral - wie alle guten Gaben Gottes. Eines der zehn Gebote schützt ausdrücklich Besitztum: "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker , Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was sonst sein ist." Wohlergehen ist im Segen Gottes. Erzvater Abraham wurde gerühmt, weil er reich war, ähnliches lesen wir von Isaak und Jakob. Gottes Ziel ist und bleibt, dass der Mensch in der Lage ist, mit seinen eigenen Produktionsmitteln - mit seiner Arbeit - ein Leben im Wohlstand zu führen. Gott warnt aber klar vor Reichtum, der unredlich erworden wurde und vor einem falschen Umgang mit dem Geld.

Umgang mit Geld

Der Mammon darf uns nicht besitzen! Je wertvoller für uns Besitz wird, desto fesselnder kann er werden. Geld kann den Menschen in einen goldenen Käfig einsperren. Immer stellt sich die Frage: Woran hängt mein Herz? Der schwerreiche König Salomo drückte es in seinem Predigerbuch so aus: "Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt!"

Reichtum darf nicht diskriminieren! Vermögen kann zum Klassendenken verführen. Es kann stolz, arrogant und überheblich machen. Ehre wird dann gemäss Vermögen verteilt. Dieses Problem finden wir bereits in der Urgemeinde. Darum mahnt Jakobus in seinem Brief, die Reichen nicht zu bevorzugen. Kam nämlich ein Reicher in den Gottesdienst, so hiess es: "Komm, setze dich hier vorne auf den Ehrenplatz!" Kam aber ein Armer mit zerlumpten Kleidern, so hörte man: "Da hinten, in der Ecke hat es noch einen Platz. Das ist nicht recht!"

Wer Geld hat, trägt Verantwortung! Der Mensch ist im Blick auf Geld und Gut, Talente und Möglichkeiten nicht Eigentümer sondern Verwalter. Wir tragen Verantwortung für das, was uns anvertraut wurde, und wir haben damit sinnvoll zu wirtschaften, unsere Gaben und Fähigkeiten einzusetzen - nicht nur zum eigenen Wohlergehen, sondern auch zum Dienst am Nächsten und an Gott. Wer unter der Führung Gottes lebt, wird frei, sich auch in diesem Sinne Gott und Menschen zuzuwenden.

Reichtum ist keine Lebensversicherung! Die Geschichte mit ihrem wirtschaftlichen Auf und Ab lehrt, dass - trotz grössten menschlichen Anstrengungen und allem ehrlichen Bemühen der Nationalbanken - die materiellen Werte dieser Welt sich immer wieder im Umbruch befinden und keine dauerhafte Sicherheit, und kein anhaltendes Glück gewährleistet ist. Spätestens bei unserem Ableben werden wir das Häuschen und das Bankkonto zurücklassen müssen. Im Gleichnis vom reichen Kornbauer zeigt uns die Bibel die begrenzte Bedeutung des Reichtums. Dieser Kornbauer hatte von Jahr zu Jahr einen grösseren Ernteertrag. Er musste dafür sogar grössere Scheunen bauen. Der Hunger nach immer mehr war geweckt. Nachdem ihm alle Investitionen gelungen waren, meinte er: "Jetzt hab' ich's geschafft, ich bin gesichert!" Darauf antwortete Gott: "Du törichter Mensch! Noch in dieser Nacht wird dein Leben von dir zurückgefordert werden. Wem wird dann gehören, was du dir angehäuft hast?" Das Gleichnis schliesst: "So geht es allen, die nur auf Gewinn aus und nicht reich in Gott sind" (Lukas 12,16-21). Wer nicht ans Ende denkt, arbeitet mit Verlust. Wenn wir nach unserem Ableben vor Gott stehen, werden wir uns nicht mit unserem Reichtum brüsten können, dann gelten andere Werte. Dann zählt nur noch eines: Habe ich eine innige Beziehung zum himmlischen Vater durch Jesus Christus, steht mein Name im himmlischen Lebensbuch? "Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu besitzen, wenn er an seiner Seele Schaden nimmt? Oder, was kann ein Mensch als Gegenwert für sein Leben geben?" (Matthäus 16,26) Auf was setzen Sie?

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