Hopenet.ch: Worte sind wie Schall und Rauch - oder doch nicht?

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WORTE

Interview mit Matthias Stricker   
 
 
B: Matthias Stricker ist praktizierender Arzt und spezialisiert für innere Medizin. Er nimmt sich immer viel Zeit für seine Patienten, da ihn die Seele des Menschen genauso interessiert wie sein Körper. Matthias, in der Bibel steht, dass die Worte mancher Leute wie Messerstiche sind; die Worte weiser Menschen aber Heilung bringen. Dass Worte verletzend sein können, wissen wir alle. Aber können sie auch krank machen?

M: Ich erinnere mich an eine Frau, die eine Kündigung mit den Worten, dass sie ungenügend sei, bekommen hat. Das hat sie völlig zerstört und in eine schwere Depression gestürzt; Worte können krank machen.

B: Rheuma ist eine Krankheit von Menschen, die verletzt wurden. Stimmt das?

M: Mindestens ein Teil der Rheumakranken bekommen Probleme als Folge von Ängsten, von Unzulänglichkeiten, von seelischen Verletzungen. Rheuma ist sicher auch ein psychosomatisches Erkrankungsbild.

B: Als Arzt verschreibst du deinen Patienten Medikamente. Versuchst du auch durch Worte einen Heilungsprozess in Gang zu setzen?

M: Es ist klar, dass die Worte und das ärztliche Gespräch die Voraussetzung sind um überhaupt eine Heilung in Gang zu bringen. Es braucht eine Atmosphäre des Vertrauens und das Gespräch mit dem Patienten, damit er informiert ist und Bescheid weiss über den Krankheitsverlauf. Worte sind wichtig wie zum Beispiel die Ermunterung und die Beruhigung der Menschen.

B: Gab es in deinem Leben Worte anderer, die dir schlecht oder gut getan haben?

M: Als Student und später als Assistenzarzt gab es immer wieder Zeiten, da ich selber verunsichert war und unter starkem Leistungsdruck stand. In diesen Momenten hatte es mir immer gut getan, wenn ich von Vorgesetzten ermutigt worden war, weiter zu machen. Solche Worte setzten dann wieder Kraft in mir frei. Umgekehrt, wenn Menschen schlecht gesprochen hatten, wurde ich dadurch blockiert.

B: Die Bibel wird auch das Wort Gottes genannt. Welche Wirkung haben Gottes Worte auf dich und dein Leben?

M: Wie der Arzt dem Patienten etwas Ermutigendes sagt, so ist die Bibel für mich ein Zuspruch, der für mich sehr wichtig ist. Die biblischen Worte sind Worte des Heils, die auch mich persönlich getroffen haben. Sie gaben mir den Zuspruch, den ich sonst nicht hätte.

B: Haben dich also Gottes Worte gesund gemacht?

M: Letztlich ja, ganz klar.

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