Das Argument "es gibt viele Wahrheiten, für den einen ist das die Wahrheit,
für den anderen das Gegenteil" ist heute oft in Diskussionen über den Glauben
(oder auch über "Toleranz") zu hören. Dabei wird es oft wie folgt verwendet:
a. Viele Religionen behaupten, "die" Wahrheit über Gott abzubilden
b. Es wäre intolerant, einer Religion, zu Lasten der übrigen, Recht zu
geben (das ist bereits ein schiefes Verständnis von "Toleranz"!)
c. Schlussfolgerung: Alle Wahrheiten aus Punkt a. sind gleich "richtig"
d. Da die absoluten Wahrheiten aus Punkt a. zu verschieden sind, um
alle gleichzeitig absolut richtig zu sein, muss man den Begriff "Wahrheit" eben
relativieren: Die verschiedenen Wahrheiten sind relativ, d.h. sie sind "wahr für
den, der daran glaubt" (und das ist ein schiefes Verständnis von "Wahrheit"!).
Dieser "Relativismus" billigt also allen Religionen eine "relative Wahrheit"
zu, nimmt aber gleichzeitig für die eigene Position die absolute Wahrheit in
Anspruch.
Jesus Christus lädt mit dem absoluten Anspruch "Ich bin der Weg, die Wahrheit
und das Leben" (Bibel, Johannes, Kapitel 14, Vers 6) direkt dazu ein, ihn zu
prüfen. Einige Anhaltspunkte dazu sind: · Entspricht das Leben von
Jesus den jahrhundertealten Prophezeiungen, die Gott im Alten Testament über den
Messias geäußert hat? · Entspricht die Lehre Jesu seinem
Leben, der Art und Weise, wie er den Menschen begegnet
(ist)? · Wenn ich mich auf eine persönliche Beziehung zu Jesus
einlasse - erfahre ich wirklich die Hoffnung und Fülle des Lebens, die er
versprochen hat (Bibel, Johannes, Kapitel 10, Vers 11)?
Es gibt also sehr wohl Ansatzpunkte, den Anspruch von Jesus auf die
absolute Wahrheit zu prüfen. Da ist der Relativismus ("es ist wahr für den,
der daran glaubt") vielleicht nur ein bequemer Ausweg, sich diesem Anspruch auf
absolute Wahrheit (und - wenn sie stimmt - den Konsequenzen daraus!) nicht
stellen zu müssen.
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