Sinn als Befriedigung von Bedürfnissen
Umfragen in unserer Gesellschaft haben gezeigt, dass der Mensch sich wohl fühlt, den Sinn sieht, wenn er in ausreichendem Mass das hat, was er gerade braucht: Wer hungrig ist, hat das Bedürfnis zu essen, wer müde ist braucht Schlaf, wer viel allein ist will Freunde, wer arbeitet strebt nach Erfolg. Wir merken, unsere Bedürfnisse sind von unterschiedlicher Dringlichkeit; je nach Befindlichkeit wird das eine oder andere vorrangig. Soziologen haben versucht, eine sogenannte Bedürfnis-Pyramide zu entwickeln. Diese hat an oberster Dringlichkeits-Stufe die biologischen Bedürfnisse, also zum Beispiel Atmen, Essen, Schlafen, Gesundheit, Sexualität. Als zweites finden wir die materiellen Bedürfnisse wie Versorgung, Wohlstand, Konsum etc, gefolgt von den sozialen Bedürfnissen: Anerkennung, Erfolg, Gerechtigkeit, Frieden, Selbstbestimmung? und den geistigen Bedürfnissen, also Bildung, Wissen, Entdecken etc.
Krisen rufen nach Sinnfragen
Es gibt immer wieder Zeiten im Leben eines Menschen, in denen sein Wohlfühlen und Sinnsehen erschüttert wird. In solchen Momenten ist unsere Zufriedenheit wie weggeblasen, unsere Sinnerfahrung unterbrochen. Und die Krisen, die auf den Menschen zukommen können, sind vielfältig. Dies können schmerzhafte Verlust-Erfahrungen sein (Verlust von Menschen, Arbeit, Heimat?), oder Zeiten des Versagens in Beruf, Ehe, Freundschaft, oder gar das Gefühl von Überdruss: ?Was kann mir denn das Leben noch bieten, ich hab doch alles erreicht, was ich wollte?? Die stärkste Krise löst jedoch unser Wissen um unsere Vergänglichkeit aus. Plötzlich realisieren wir, dass unsere Jugendzeit und Vitalität schwindet, dass sich Zeichen von Alterung und Gebrechen melden, oder dass eine schwere Krankheit auf unsere Hinfälligkeit hinweist. Jetzt melden sich Sinnfragen mit einer nie für möglich gehaltenen Dringlichkeit. Krisen als Chancen! Sie können dazu verhelfen, trügerische Sicherheiten zu durchschauen.
Die biblische Botschaft auf die Sinnfrage
Die Bibel informiert darüber, dass der Mensch kein Produkt des Schicksals ist, sondern ein Gedanke Gottes, von ihm gewollt, geliebt, für ihn wichtig. Gott hat den Menschen zu seinem Ebenbild, als sein Gegenüber geschaffen, und es ist sein sehnlichster Wunsch, mit jedem Menschen in inniger Lebensgemeinschaft zu sein. Er möchte für jeden zum ?Abba?, zum himmlischen Vater werden. In dieser Vater-Kind Beziehung möchte er unsere tiefsten Seins-Bedürfnisse stillen und uns Sinn geben ? auch über das irdene Leben hinaus. Der Mensch ist für diese innige Gemeinschaft geschaffen und kommt daher erst wirklich zur Ruhe, zum sinnerfüllten Wohlergehen, wenn er von seiner Gottlosigkeit Abstand nimmt und zurückkehrt in die von selbstloser Liebe getragenen Gottesbeziehung. Durch den Opfertod von Jesus Christus ist diese Versöhnung möglich geworden.
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