B: Ich freue mich ein Gespräch mit Franz führen zu dürfen.
Franz, du bist glücklich verheiratet und hast einen zweijährigen alten Sohn. Du bist ein zufriedener und freier Mann. Dem war aber nicht immer so. Du warst über 10 Jahre drogenabhängig und kamst dann auch für fast 4 Jahre ins Gefängnis. Gefängnis nennt man ja auch "Freiheitsentzug". Hast du die Freiheit damals sehr vermisst?
F: Natürlich, ja. Man muss sich vorstellen, wenn man geschnappt wird von der Polizei, brutal verhaftet und eingesperrt, niemand spricht mit einem - das ist eine Katastrophe.
B: Welcher war der Moment, da es am schwierigsten war nicht frei zu sein? Welche Situationen im Gefängnis?
F: Das ist vom ersten Moment an. Die erste Nacht, da man alleine ist, keine Befragung, nichts. Man weiss nicht, was auf einen zukommt. Man hat Vermutungen, man hat Befürchtungen, man hat Ängste, man ist verzweifelt.
B: Das Gefängnis ist ja da, um aus einem Menschen einen besseren Menschen zu machen. Bist du nach deiner Haftentlassung auch von den Drogen frei geworden?
F: Nein, als ich nach 44 Monaten Gefängnis die Haftentlassung hatte, war ich schwerstabhängig.
B:Wie kommt es, dass man aus dem Gefängnis schwerstabhängig rauskommt? Da sollte man doch frei sein.
F: Ja, das ist eine traurige Wahrheit, dass im Gefängnis sehr viele Drogen vorhanden sind und der Stoff drinnen zumal noch viel besser ist als draussen.
B: Das Leben nach dem Gefängnis wurde schlimmer als vor dem Gefängnis: Du bist am Schluss auf dem Platzspitz in Zürich gelandet. Wie sah dein Leben dort aus?
F: Mein Leben war kein Leben mehr. Es war eine Hetzerei, gehetzt von der Polizei, gehetzt von der Sucht. Wann immer der Stoff knapp wurde und die Entzugserscheinungen zu wirken begannen, die Schmerzen kamen, musste ich schleunigst neuen Stoff besorgen. Es war gar nicht schön.
B: Irgendwann Mal hast du dich dann doch entschieden einen Therapieplatz aufzusuchen und du hast einen Platz in einer christlichen Therapiestation gefunden. Bist du diesem Jesus, denn sie dort immer verkündet haben, auch begegnet?
F: Ja, das war mein Highlight. Dort bin ich tatsächlich Jesus begegnet und ich durfte ihn erfahren, ich durfte ihn kennenlernen und als ich ihn als Herrn meines Lebens angenommen habe, hat er mich frei gemacht. Er hat mich frei gemacht in den Gedanken, im Herzen, als ganzen Menschen.
B: In der Bibel in Joh. 8,36 steht: "Wenn euch der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei." Darf ich sagen oder behaupten, du seist jetzt ein wirklich freier Mensch?
F: Ja, dank Jesus. Er tut heute noch Wunder wie vor 2000 Jahren.
B: Das ist wunderschön. Franz, ich danke dir für dieses Gespräch.