B: Marjut, du stotterst. Warum ?
M: Das hat während dem 2. Weltkrieg in Finnland begonnen. Wir waren Evakuierte aus Karelien da wir vor den Russen geflohen waren. Damals war ich noch ein Kind. Ich hatte ein Schockerlebnis. Mein Stottern ist daher kein organisches oder mentales Problem.
B: Wie war es für Dich in deinem täglichen Leben vor allem dann, wenn Du stark gestottert hast?
M: Es war schrecklich; ein täglicher Angstzustand. Vor dem Sprechen hatte ich Panikzustände und nach dem Stottern ein unermessliches Schamgefühl. Das Schlimmste war, wenn ich meinen eigenen Namen sagen musste.
B: Kannst du das noch ein bisschen erläutern?
M: Weil mein Name "Ich" bedeutet: das ist meine Persönlichkeit!
B: Kannst du sonst noch ein Beispiel geben? Du hast von Panikzuständen und Schamgefühlen gesprochen.
M: Ich trug immer einen Zettel bei mir , wenn ich z.B. auf die Bank oder die Post gehen musste, oder sonst irgendwohin, wo ich etwas sagen musste. Wenn das Wort nicht aus meinem Mund kam oder die Person mich wegen dem Stottern nicht verstand, habe den Zettel gezeigt, wo schon drauf stand, was ich sagen wollte. Aber jedesmal hatte ich mich äusserst gedemütigt gefühlt.
B: Mit 21 Jahren hast du Jesus Christus in dein Leben gelassen. Was bedeutete das für dich und das Stottern?
M: Es hat mir wunderbar geholfen. Alles Gott sagen zu können; vor Ihm weinen und heulen, bis ich wieder in die Ruhe kam. Er hat mich immer wieder mit wunderbarem Frieden erfüllt.
B: Trotzdem stotterst Du immer noch!
M: Ja, das ist wahr! Ich habe Gott über Jahre gebeten, mich zu heilen. Vor allem, weil ich Gott dienen wollte, aber ich dachte, das ist unmöglich, weil ich stottere. Erst als ich begriff, dass nicht das Stottern mehr mein Zentrum sein durfte, sondern allein Jesus, war ich sogar bereit in die Mission zu gehen.
B: War es in der Mission besser mit dem Stottern?
M: Ich hatte immer noch viel gestottert. Aber die Freude Gott zu dienen war grösser, als die Angst zu sprechen.
B: Du hast immer in der Vergangenheit gesprochen. Wie ist es aber heute?
M: Gott hat mich seit einigen Jahren von der Angst vor dem Stottern befreit. Ich stottere immer noch, aber ich habe keine Angst mehr.
B: Brigitte Roffler
M: Marjut Kaukolahti